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Straßenkatzen-Treff

Unser nächstes Treffen findet statt am

24. November 2017
(Jahreshauptversammlung)

Wir treffen uns in der:
Gaststätte Olympia

Lämmerstraße 11
50739 Köln (Nippes)
(Direkt am S-Bahnhof Nippes)

Zur Jahreshauptversammlung
laden wir unsere Mitglieder und
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Juffel

juffel 1Das Juffelding oder die Tücken einer Katzengeburt

 
Eine Meldung wie jede andere erreichte mich am 14. April 2006, eine sehr sehr nette Dame mit eigenen Katzen, Hunden und einem schönen Häuschen in Köln-Seeberg hatte ein Katzenproblem dahingehend, dass sich im Waschkeller durch die einladende Katzenklappe jemand eingenistet hatte, der nicht wirklich zur Familie gehörte. 
Langes Herumtelefonieren hatten die nette Frau ein wenig mürbegemacht, denn auf Anhieb fand sie keine rechte Hilfe, weil sich eigentlich niemand für ihr Anliegen zuständig sah.
 
Eine Katze hatte sich also in der Waschküche häuslich eingerichtet, ließ sich verpflegen, kam und ging wie es ihr beliebte, schrie um Futter am Fenster und knurrte die nette Dame in den höchsten Tönen an, wenn sie welches im Napf vor sich stehen hatte. Anfaßbar war das Katzentier nicht.
 
Ich machte für Sonntag, den 23. April 2006 einen Termin aus und fuhr gemeinsam mit Elke Bovi, die die Katze dann als Pflegestelle übernehmen sollte dorthin, den Beschreibungen nach, war es eine hübsche und kugelrunde Kuhkatze (also weiß mit schwarzen Flecken) die hochträchtig zu sein schien und da bei Frau G., der Melderin bald Urlaub anstand und sie auch Angst vor einem „Waschküchenwurf“ hatte, wollten wir die Sache flott erledigen.
 
Bereits als wir ankamen saß die Katze vor dem Hauseingang unter einem Auto und wartete wohl auf Futter. Eine wunderschöne Kuhkatze, das Tier gefiel mir auf Anhieb.
 
Wir bauten unsere Katzenfalle auf und schlugen die Katze somit erst einmal in die Flucht. Unser Auto war so geparkt, dass wir guten Blick auf die Falle hatten, mit Kaffee bewirtet saßen wir also da und warteten. Da Katzen bekanntlich die Zeit erfunden haben wussten wir, dass es auch mal länger dauern kann, aber nach einer guten Stunde war die Kuhkatze wieder vor Ort und begutachtete zumindest einmal kurz unsere Falle.
Weitaus interessanter waren aber wohl wir, denn als wir sie nicht mehr sehen konnten blickte ich zum Beifahrerfenster hinaus und sah in ihre leuchtend grünen Katzenaugen, sie ging nicht weg, sie bewegte sich nicht, sie saß da und starrte mich einfach nur an. 
 
"Gut", sagte ich zu Elke, „wenn die Katze zahm ist, übernehme ich sie bis zur Vermittlung, dann kann sie in unseren Wintergarten, da ist sie alleine und hat ihre Ruhe, guck mal wie die mich ansieht…“. 
Langsam setzte ich mich wieder und die Zeit verging bis sie endlich wieder zur Falle lief. Dieses Spiel - zwischen Falle und uns hin und herpendelnd - trieb sie einige Zeit, aber irgendwann war wohl der Hunger zu groß und das erlösende Schlagen der Katzenfalle hörten wir dann nach einer weiteren Stunde.
 
Schnell war die Katze von der Falle in den Überlauf gepackt und nach unserer Verabschiedung von Frau G. fuhren wir Richtung Heimat.
 
Bereits am Tag darauf stelle Elke die Katzendame unserer Vereinstierärztin Dr. Degen vor. Geschätztes Alter: Ca. 1 Jahr, ohne Flöhe, ohne Milben, weit in der 2. Hälfte der Trächtigkeit und ……… absolut zahm. 
Elkes Anruf erreichte mich im Büro und wir vereinbarten, dass sie am kommenden Tag die Katze bei Dr. Degen zum FIV-/Leukose-Test nochmals abliefert. Sollte der Test negativ sein, so würde ich sie abholen und sie bei mir im sog. Wintergarten einquartieren, damit sie dort in ca. 14 Tagen ihre Babys bekommen und aufziehen kann. Elke beschrieb mir eine liebe, nette, freundliche und umgängliche Katze, die alles mit sich machen ließ.
 
So sah sie auch zunächst aus, als ich sie Dienstag bei unserer Tierärztin abholte. Auch diese war entzückt von ihrem freundlichen Wesen ……
 
Auch entzückt war meinEx- Lebensgefährte, der wohl irgendwie nicht zugehört hatte, als ich ihm am Vortage von der Übernahme der Katze berichtete. Eine nette Katze mit freundlichem Wesen ……..
 
Anfangs lief alles ganz gut, die ersten 2-3 Tage war die Miez recht lieb und umgänglich, fraß wie ein Schneunendrescher, gab dabei zwar Töne von sich, dass man meinte, man stehe im Zoo bei den Berglöwen, ging uns um die Beine, nuckelte meine T-Shirts nass und war eigentlich recht nett.
 
Die Nettigkeit legte sich allerdings recht zügig. Mit zunehmender Trächtigkeit wurde das Katzenteil unleidlicher und unhandlicher als man es zu vermuten wagte. Egal was wir taten oder nicht taten, wir bekamen Haue und zwar gründlich! Zwar saß sie bei mir auf dem Schoss und schnurrte was das Zeug hielt, jedoch eine unbedachte Bewegung genügte und ich bekam Prügel vom Feinsten oder wurde ohne Warnung in die Hand oder sonst wohin gebissen. 
Sie ließ uns in den Wintergarten hinein aber nicht mehr hinaus. Sie schlug mir die Näpfe aus der Hand, das Kloschäufelchen genauso, hing in meinen Hosenbeinen und mein Ex- Lebensgefährte bekam als Krönung des Ganzen 2 Tage vor ihrer Niederkunft von ihr eine solche „Fünf“, dass er die komplette Krallenanzahl vom Ohr an bis zur Nase quer durchs Gesicht durchgezogen hatte. Er erwartete mich mit einem Haufen blutdurchtränkter Tücher und äußerst schlechter Laune daheim und erklärte, dass ich diese Katze in Zukunft alleine weiter verpflegen dürfe. Und …. „Sobald sie ausgepackt hätte, könne sie auch einpacken, das wäre keine Katze, das wäre ein Raubtier!“
 
Ein unleidliches Katzenteil, das mir in der Seele leidtat, denn keiner wusste, was sie erlebt hatte und sicherlich war ihr - ihrem Verhalten nach zu urteilen - nicht nur Gutes widerfahren.
 
Als nächstes stellten wir fest, dass unserer Pflegemiez kleine Bandwurmglieder aus dem Popo krochen. Diese hatten wir dann an den Beinen kleben oder sonst wo, so dass wir mit Milbemax eine Entwurmung vornahmen. Vielleicht machten ihr neben der Trächtigkeit ja auch die Würmer zu schaffen ….?
 
Ihr Benehmen wurde nicht besser, in keiner Weise, eher wurde es schlimmer. Und genau diese Tatsache veranlasste mich dazu, darüber nachzudenken, wem man ein solches Tier vermitteln sollte, denn die Vermittlung einer solch wenig menschenfreundlichen Katze - egal wie hübsch sie auch aussieht - ist nicht wirklich einfach. Der nächste Schritt, wenn man dann schon ahnt, dass der pelzige Pflegefall wohl länger bleiben wird ist, man sucht einen Namen. 
Nix wirklich passendes fiel mir ein, erst mal einigten wir uns auf Jule. Ich glaube ich kam kaum dazu sie so zu nennen, denn beim nächsten Angriff auf mein Gesicht schrie ich mit blutenden Händen „… Du Juffel …..“ (kölscher Ausdruck für unleidliches altes Weib) und von da ab hieß sie so und der Name passte!  
 
Juffel wurde rund und runder und unfreundlicher und unfreundlicher. Am Samstag den 6. Mai 2006 bemerkte ich dass Juffel zeichnet. Sie hinterließ auf jedem Untergrund kleine bräunliche Flecken und somit sollte die Geburt nicht mehr lange auf sich warten lassen, ebenfalls ging ein Schleimpfropf bei ihr ab. Sonntags geschah gar nichts, Juffel war übellaunig wie immer.
 
Am Montag den 8. Mai 2006 fingen bei Juffel um kurz vor 17 Uhr die Wehen an.
 
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Eine befreundete Türkisch-Angorazüchterin, die in Düren wohnt, wurde erst einmal freundlich aber bestimmt eingeladen SOFORT zu erscheinen. Imke war keine 30 Minuten später bei mir und Juffel.
 
Anfangs lief die Sache mit der Geburt noch einigermaßen normal bzw. es kam halt keine Zustande, sondern Juffel wehte und wehte und wehte. Es setzen einige stärkere Presswehen ein, die Juffel veranlassten aufs Katzenklo zu gehen, was uns zeigte, dass dies sicherlich ihre erste Trächtigkeit war. 
 
Imke versuchte durch gezielte Massagen die Wehen richtig in Gang zu bringen, aber es ging nicht weiter, einzig und allein eine stinkige braune Brühe lief hinten aus Juffel raus. 
 
Nach einigen Telefonaten mit Dr. Degen entschlossen wir uns zu einem Kaiserschnitt.
 
Ich fuhr mit Juffel und Imke also bei Außerachtlassung der derzeit gültigen Straßenverkehrsordnung zügig nach Köln und pünktlich zum abgemachten 23:00 Uhr-Termin waren wir in der Praxis. Das normale Praxispersonal fehlte natürlich, so dass wir bei dem Kaiserschnitt nicht nur dabei sein durften, sondern quasi mussten, denn während Dr. Degen mit ihrem Mann die OP durchführte wurden wir benötigt um den Inhalt der Uterushörner (sprich die Babys) in Empfang zu nehmen und auszupacken.
 
Juffel lag rasiert und festgeschnallt auf dem OP-Tisch, eine Gasnarkose wurde angewandt wegen der Welpen und alles ging jetzt rasend schnell. Während Juffel selbst in der Narkose noch Töne des Widerwillens von sich gab und maunzend die Sache kommentiere (sie war tatsächlich in voller Narkose und merkte nichts, schrie jedoch trotzdem die Praxis zusammen) bekamen wir die „Hörnchen“ auf den Nachbartisch gelegt, Dr. Degen schnitt diese auf und zum Vorschein kamen 4 Babys die wir jetzt weiter aus der Fruchthülle holen mussten. Ein 5. Baby steckte im Geburtskanal fest und war der Grund dafür, dass die Geburt nicht „in Gang“ gekommen war. Bei allen Welpen musste die Nabelschnur abgebunden werden, sie mussten abgesaugt und dringend ganz schnell trockengerubbelt werden.
 
Ich fing an das erste Baby was aus der Hülle gepellt vor mir lag zu rubbeln und es zum atmen zu bewegen, es war ein „Felixkätzchen“, also schwarz-weiß, es atmete nicht, das weiße war gelb und es fühlte sich an wie Gummi, erst begriff ich nicht, was los war, dann wurde mir klar, es war das kleine, was festgesteckt hatte und es war bereits tot.
 
Während Dr. Degen Juffel zunähte pellten wir weiter die Kätzchen aus den Hüllen, Imke saugte sie alle ab und wir rubbelten und rubbelten wie verrückt. Erst hatte ich Angst ihnen weh zu tun, sie zu verletzen, aber das starke trockenreiben war nötig um ihre Lebensgeister zu wecken. Ich wunderte mich, wie eine Katzenmutter so ein schmieriges Babyfell mit ihrer rauen feuchten Zunge so flott so trocken bekommt, wo wir eine solche Arbeit damit hatten. Nach fast einer Stunde waren alle trocken, quitschten und machten einen guten dicken Eindruck. Es waren zwei schwarze Katerchen mit wenig weiß, ein Kuhkaterchen und ein Felixkätzchen.
Imke schaute den Babys noch ins Maul um zu gucken ob Gaumenspalten vorhanden waren, kontrollierte ein weiteres Male die Geschlechter und irgendwann waren alle 4 fast trocken und quengelten mehr oder weniger vor sich hin.
 
Dr. Degen war inzwischen mit Juffel fertig und im Hinblick auf Juffels ununterbrochenes Gekreische und Gemecker verzichteten wir auf eine Ohrtätowierung. Sie würde später einen Transponder erhalten. 
 
Ein weiteres Mal wurde kontrolliert ob Babys Nr. 5 tatsächlich tot war, aber es war leider an dem und so konnten wir nichts weiter tun, als uns mit Juffel und den Vieren nach Haus aufzumachen. Bereits auf der Heimfahrt saß Juffel wieder aufrecht im Transportkorb und schrie uns benommen an. 
 
Es war 1:45 Uhr als wir im Wintergarten die Babys erstmalig anlegten und bis auf das Kuhkaterchen saugten alle bereitwillig Milch, der Kleine war ein wenig unentschlossener, nahm aber Ersatzmilch aus der Flasche auf, zumindest Tröpfchenweise. Die Geburtsgewichte lagen bei 109 bis 122 g, der Mini war der Kuhkater, wobei selbst 109 g ein sehr gutes Gewicht war. Solange Juffel - noch benommen von der Narkose - gut in Seitenlage zu fixieren war, konnten die Kleinen schön trinken. Dr. Degen hatte darauf verzichtet die Wunde, die natürlich entsprechend groß war, äußerlich zu behandeln, damit ein Säugen gewährleistet war.
 
Je wacher Juffel wurde, desto schlimmer wurde die Situation. Das Bekrabbeln mit den kleinen Krallen tat ihr sicherlich weh, außerdem wachte sie auf und hatte auf einmal 4 „Dinger“ am Bauch, die sie kratzten und auf ihr herumkletterten, kurzum, Juffel wurde ungehalten und ungemütlich. Ca. 1 Stunde nachdem Imke mich verlassen hatte eskalierte es förmlich, sie biss und schlug nach den Kleinen und ich legte diese erst einmal separat in ein warmes Nest. Sie hatten fast alle gut getrunken und konnten nun erst einmal schlafen, nur warm sollten sie liegen.
 
Bis 5 Uhr morgens versuchte ich dann immer und immer wieder vergeblich die Babys zur Mutter zurückzulegen. Meine Hände waren inzwischen von den Beiß- und Kratzangriffen der Mutterkatze blutig und wund und schlußendlich griff Juffel eines der Kätzchen dermaßen an, dass sich ihre Zähne fest in meine Hand gruben als ich dazwischenging.
 
Das hatte keinen Sinn, so ging das nicht. Nach Rücksprache mit Imke kamen wir gemeinsam zu dem Ergebnis, dass Juffel sie wohl nicht akzeptieren würde. Ich - berufstätig - war nicht in der Lage 4 Flaschenkinder großzuziehen. So blieb mir keine andere Wahl als um 5:15 Uhr morgens unsere Pflegestellle aus dem Bett zu klingeln, denn da war Katze Goldie, und die hatte 6 Tage zuvor ebenfalls 4 Babys auf die Welt gebracht und Goldie war eine tolle Katzenmutter. Wir wollten den Versuch starten die 4 Juffelminis bei Goldie anzulegen.
 
Um 6 Uhr kam ich mit den Kleinen bei ihr an. Juffel hatte ich daheim nochmals in einen übergroßen 400er Transportkorb festgesetzt, damit sie mit ihrer Restnarkose nicht irgendwo hochzuspringen versucht, somit konnte ich mir Zeit lassen und wir legten in aller Ruhe nacheinander die kleinen zu Goldie ins Nest. Eines der Goldiebabys hatte in meiner Hand Pipi gemacht und Imkes Rat zufolge rieb ich die Juffelbabys hiermit ein. Goldie akzeptierte alle 4 von Anfang an wie ihre eigenen, sie leckte sie, wärmte sie und gab ihnen Milch. Goldies Babys wogen derzeit alle um die 200 g und waren dicke runde süße Teile, die sich auch nicht sonderlich über den Geschwisterzuwachs wunderten.
 
Ich war froh und erleichtert, dass das zumindest auf Anhieb geklappt hatte und ich nun zumindest um die Körperpflege der Kleinen keine Sorgen haben mußte, Die Pflegestelle war sich im Klaren darüber, dass sie sicherlich bald einen Teil der Minis zufüttern mußte, denn Goldie würde niemals dauerhaft für 8 Kätzchen ausreichend Milch haben.
 
Juffel erholte sich erstaunlich schnell von der OP. Wir fuhren mit ihr montags nachmittags nochmals unsere Tierärztin an, weil diese sich von der Ordnungsmäßigkeit der Wunde überzeugen wollte, auch sollten noch Spritzen gesetzt werden. Juffels Bauch sah den Umständen entsprechend gut aus, es wurde Antibiotika, Schmerzmittel und Flüssigkeit gespritzt mit Vitaminen. Um an den darauf folgenden Tagen nicht wieder fahren zu müssen nahm ich mir die entsprechende Ladung Spritzen mit, in der Hoffnung wir würden „Juffelding“, wie ich sie inzwischen oft nannte, auch gebändigt bekommen. 
Ihre Laune war im Übrigen ein wenig besser als die Tage zuvor, wir bekamen nicht mehr ständig Haue, nur noch hin und wieder ….
 
Juffelchen hatte einen gesegneten Appetit, aus ihrem hinteren Ende krabbelten auch schon seit einigen Tagen keine Bandwurmglieder mehr heraus, sie hatte eine tolle Verdauung, verhaute uns weiterhin regelmäßig, aber die Tendenz ging dahin, dass sie es inzwischen mehr auf meinen Lebensgefährten abgesehen hatte als auf mich. 
An den darauf folgenden Tagen spritzten wir Antibiotika und Schmerzmittel, die dicke große 20 ml Amynin-Elektrolythe-Lösung schenkte ich mir zum einen deswegen, weil Juff gut fraß und trank und nicht ausgetrocknet war und zum anderen weil es schon schwierig genug war, die 2 Minispritzchen in das sich wehrende kreischende empörte Etwas zu bekommen. Natürlich sah sie gotterbärmlich aus, die Flanken waren eingefallen nach der OP und die Nase etwas spitz, aber sie entspannte sich auch sichtlich und man sah, es ging ihr einfach gut. 
 
Damit sie langsam besseren Kontakt zu meiner Katzentruppe aufnehmen konnte vergitterten wir nach einer weiteren Woche ein innenliegendes Wintergartenfenster zum oberen Flur hin, so dass sich die Katzen nicht nur sehen, sondern auch beschnüffeln und hören konnten. Es war wie ich dachte, Juffel knurrte und brummte wie eh und je und zeigte sich wieder von ihrer übelsten Seite.
 
Am 15. Mai begann ich Juffel die obere Etage zu zeigen damit sie endlich mehr sah als nur den Wintergarten und den Vorraum und sich die Beine vertreten konnte. Ihr erster Weg war in mein Schlafzimmer um dort eine Türstopperkatze aus Gusseisen erst anzufauchen, dann zu verhauen und dann mit dickem Schwanz davon zu mobben. 
 
Eine Zusammenführung stellte ich mir erheiternd vor und überlegte, was sie mit meinen, charakterlich so unterschiedlichen Katzen wohl anstellen würde. Sie lief brav mit mir treppauf und treppab und ich merkte, sie will nicht alleine sein. Ihr Verhalten mir gegenüber war nicht anhänglich, sondern sie klebte förmlich an mir und war wie ein Schatten. Es tat mir in der Seele weh, sie wieder wegzuschließen.
 
Am übernächsten Tag ließ ich Juffel laufen und öffnete alle Türen für sie. Sie rannte 2 Stunden durchs Haus und bejagte alles was sie sah, sogar unser großer Kater Rocky, der sonst immer alle anderen durchs Haus treibt, ergriff entnervt die Flucht. Als Juff genug gemobbt hatte, alle Futternäpfe in der Küche von ihr leergefressen waren und meine Truppe begriffen hatte, dass die „Kuh“ zwar faucht, knurrt und brummt und hinter ihnen herrennt, sonst aber nix weiter passiert kehrte langsam Ruhe ein und Juffel machte es sich auf mir bequem. Sie nuckelte, schnurrte, schmatzte, trettelte, als sie fertig war sprang sie kreischend von mir herunter.
 
Über Nacht musste Juffel dann noch einmal zurück in den Wintergarten aber ab dem darauffolgenden Tag ließ ich sie mitlaufen, zwar nervte sie meine Chefkatze Ruda ganz fürchterlich weil sie immer auf sie draufsprang und mein Katerchen Neo fand Juffel ganz schrecklich zum Fauchen doof und auch Rocky hatte keine Lust auf nähere Bekanntschaft mit der Katzendame die den gleichen schwarz-weiß-look trug wie er, jedoch gab es keine blutigen Auseinandersetzungen und solange meine Chefkatze Ruda die Sache im Griff behielt, wusste ich, läuft es hier „nach Plan“.
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Ihr Verhalten mir gegenüber änderte sich gänzlich. Juffel biss und schlug nicht mehr (mich jedenfalls nicht ….. und alles andere war sekundär), sie folgte mir auf Schritt und Tritt, entwickelte einen schier unstillbaren Hunger und schrie wie am Spieß sobald auch nur jemand von uns in die Küche ging. Sie rannte quasi optisch einem weiß-schwarzem Fußball gleich in Form und Farbe laut miauend vor uns her.
Das Zusammenleben der Katzen war zwar noch nicht optimal, aber sie kamen von Tag zu Tag besser aneinander vorbei. Inzwischen wurde nicht nur Kater Rocky auf der Küchenanrichte gefüttert weil ihm sonst Neo alles wegmampfte, sondern neben Rocky saßen nun auch Ruda und Neo dort, weil sonst Juffel ihnen alles wegfraß. Irgendwann einmal kam mir der Gedanke Juff auf der Anrichte zu füttern, dann säßen dort zumindest 2 Katzen weniger, aber so ging es auch, ich hoffte ja noch auf „bessere Zeiten“.

Ich dachte einige Male über die Vermittlungschancen von Juffel nach. Wie auch unser Kater Rocky hatte sie einige Defizite im friedlichen Zusammenleben mit unbedarften Menschen und war meiner Meinung nach eine „Einzelkatze in der Katzengruppe“, im Prinzip nur bedingt gesellschaftsfähig. Es müssten sich Menschen finden lassen, die bereit wären auch mal „Haue“ einzustecken, die bei ein paar kleinen blutigen Beißangriffen nicht direkt vor Furcht weg liefen und die hinter dem Knurren, Brummen und Fauchen nicht direkt nur Böses ahnen, sondern erkennen würden, was für eine eigenständige, selbstbewusste und charakterstarke, aber auch schutzsuchende  Katzendame hier ihren Kuhkatzenkopf durchsetzen will. Es musste jemand sein, der Juffel lieben würde, so wie sie ist. Alle wünschten mir lachend viel Erfolg bei der Vermittlung.

Irgendwann legten sich die gröbsten Wellen der Zusammenführung, die unblutig aber nervig und stressig für alle außer Juffel war, denn wo Juffel ist, ist vorne und einzig und alleine meine Polen-Katze Ruda (die kleinste in der Truppe) nimmt das Juffelding nicht wirklich so ganz ernst, sondern ist hier die Chefin im Haus. Sie lässt sich auch mal gerne auf eine kleine Rauferei ein, jedenfalls solange, bis sie genug hat, dann geht Juffel aber auch mit der Einsicht, dass es hier tatsächlich eine Chefkatze schon gibt und für eine weitere kein wirklicher Platz ist. Die Kater müssen an dieser Einstellung noch etwas arbeiten.

Juffel wurde offiziell am 30. Mai 2006 vermittelt. 

An diesem Tag hatte sie mal wieder so richtig alles durchs Haus gemobbt und genervt ohne Ende. Sie hatte damit begonnen die Tapete an diversen Ecken zu zerlegen, die Kater systematisch von ihren Stammplätzen zu vertreiben und zur Krönung des ganzen schlug sie meinem damaligen Lebensgefährten beim Essen nicht nur die Gabel aus der Hand, sondern legte hinterher auch noch dermaßen nach, dass erst einmal wieder blutstillende Mittel zum Einsatz kamen. 

Als sie mit diesem Tagewerk fertig war, sprang sie zu mir auf die Couch, an mir hoch, nuckelte schnurrend und laut schmatzend an mir herum und blickte mich wie damals beim Einfangen aus funkelnden, unübertroffen grünen Augen an. 

Meine Juffel hatte ihre Wahl getroffen. 

Gabriela Biesek - 28. Oktober 2009

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