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Suchtipps für vermißte Wohnungskatzen

Ihre Wohnungskatze kommt nicht mehr heim...
 
Grundsätzlich: Sollten Sie zu den unbelehrbaren Katzenbesitzern gehören, die der Meinung sind, eine reine Wohnungskatze muß nicht kastriert werden, so sei angemerkt, dass zur Paarungszeit auch bei den reinen Stubentigern der Geschlechtsdrang diese auf die Freierspfoten bringt und geöffnete Fenster und Balkone sind für verliebte Kater und rollige Katzen oftmals eine Einladung dem anderen Geschlecht hinterher zu eilen.
Auch verantwortungsvolle Wohnungs-Katzenbesitzer unterbinden dies durch frühzeitige Kastration, nehmen die Narkose zum Anlaß direkt eine Tätowierung mit zu beauftragen, ersparen ihren Katzen vermeidbare Infektionserkrankungen durch Geschlechtsverkehr und Revierkämpfe und schonen direkt die eigenen Nerven.
 
Eine Wohnungskatze entwischt meist durch geöffnete Haus- und Wohnungstüren oder springt/fällt aus dem Fenster oder vom Balkon. Die Katze ist hierdurch oft in großem Streß, hat sich sehr erschrocken, hat evtl. Panik und flüchtet dementsprechend erst einem vom Hause weg.
 
Die Erfahrung zeigt jedoch ganz klar, dass die meisten Wohnungskatzen sich im unmittelbaren Umkreis „ihres“ Zuhauses aufhalten, bei unmittelbar ist ein Gebiet von 200-300 m gemeint, was jedoch auch bedeutet, dass Katze erst einmal „unsichtbar“ ist.
 
Wenn Sie zu den glücklichen Besitzers eines Stubentigers mit „Nerven aus Draht“ gehören, wird Ihre Samtpfote - wenn sie denn einen evtl. Sturz unverletzt überstanden hat - entrüstet schreiend unten auf sie warten.
 
Meist jedoch ist es nicht an dem...
 
Was also hier tun ?
 
Niemals eine Belohnung anbieten!
Tierfreunde helfen einander unentgeltlich, Belohnungen rufen oftmals nur „gestörte“ Zeitgenossen auf den Plan.
 
Klären Sie sorgfältig ab, aus welchem Fenster/Bakon/welcher Türe oder welchem Kellerfenster die Katze entlaufen ist. Dies ist für die weiteren Maßnahmen wichtig. Wenn sie sich unsicher sind, und mehrere Entweichmöglichkeiten in Frage kommen, führen Sie die folgenden Maßnahmen an allen in Frage kommenden Möglichkeiten durch.
 
Versuchen Sie zunächst umgehend Ihre Katze anzulocken, auch nicht mehr sichtbare Katzen halten sich definitiv noch in der Nähe auf. 
 
Richten Sie umgehend, also am gleichen Tag eine Futterstelle ein.
 
Die Futterstelle besteht zwingend aus frischem Wasser und stark riechendem Nassfutter und ist exakt unter dem Fenster oder Balkon zu errichten, aus dem die Katze entlaufen ist. Hintergrund ist, dass die meisten Katzen Ihre Umgebung ja bereits durch den Ausblick aus Balkonen und Fenstern kennen. Sobald sie zur Ruhe gekommen sind, werden sie ihr Versteck verlassen und auf Erkundung gehen bzw. versuchen „nach Hause zu kommen“. Dort sollte das Futter aufgefunden werden. Ist das Aufstellen dort absolut nicht möglich (Bürgersteig mit regem Verkehr o.ä.) dann suchen sie in der direkten Nähe in Sichtweite eine geeignete Stelle.
 
Füttern sie täglich in der Abenddämmerung zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Beobachten Sie nach der Fütterung die Futterstelle. Wenn sich ihre Katze dort einfindet, dann versuchen Sie vorsichtig, leise und freundlich in der gewohnten Weise Kontakt zu ihrer Katze aufzunehmen. 
 
Viele Katzen erleiden einen sog. „Kontaktbruch“ und flüchten nach dem Schock eines Fenstersturzes quasi vor jedem, auch vor „ihrem Menschen“. 
 
Katzenfalle besorgen: 
Flüchtet Ihre Katze bei einem Annäherungsversuch hilft nur noch eine professionelle Katzenfalle. Setzen Sie sich mit dem örtlichen Tierheim oder Tierschutzverein in Verbindung. Über diese ist meist eine Katzenfalle zu erhalten und es wird Ihnen auch gezeigt werden können, wie die Falle zu bedienen ist und was konkret beachtet werden muß. Viele Katzenbesitzer reagieren oft entrüstet darüber, dass Tierheime und Tierschutzvereine eine Kaution für das Verleihen der Falle verlangen. Bitte bedenken Sie: Eine Katzenfalle ist teuer und muß bei Verlust käuflich neu erworben werden. Nur hierfür dient die Kaution. Da Sie selbstverständlich sorgfältig mit dem Leihgut umgehen, erhalten Sie auch Ihre Kaution bei Rückgabe wieder.
 
Zeitgleich bitte folgendes unternehmen wenn die Katze nicht umgehend von Ihnen gesichtet wird:
 
Sofort provisorische Suchmeldungen in der Umgebung anbringen.
 
Bei Tasso (siehe link - Achtung, ab sofort neue Hotline Nr. 06190 - 93 73 00 / Fax: 01690 - 93 74 00) die Katze verlustig melden. Verantwortungsvolle Katzenhalter haben ihre Katzen mittels Tätonummer oder Chip gekennzeichnet und registriert. Sollte dies noch nicht der Fall sein, dann trotzdem bei Tasso eine Verlustmeldungen machen, geht per Email und am besten ein oder zwei gute Fotos (Frontal- und Seitenaufnahme) zur Fertigung von professionellen Suchplakaten mitsenden.
 
Kontakt mit den Nachbarn erweitern.
Hier insbesondere:
Kellerräume, Garagen, Schuppen öffnen lassen.
Herausfinden, welcher Nachbar evtl. kürzlich in Urlaub gefahren ist. (Katze könnte gerade in diesem Keller oder dieser Garage festsitzen.
Gartenteiche, ungesicherte Regenwassertonnen kontrollieren lassen.
 
Suchen Sie Kontakt zu Hundebesitzern, die regelmäßig mit ihrem Hund „Gassigehen“. Diese sind oft zu den gleichen Zeiten an den gleichen Orten und können somit beim Auffinden verletzter Katzen hilfreich sein, denn hier schlagen oft die Hunde in Gebüschen oder Wäldern an, wenn ein verletztes oder totes Tier entdeckt wurde.
 
Suchen Sie Kontakt zu dem Postboten und der Müllabfuhr!
Dieser Personenkreis geht regelmäßig die gleichen Gebiete ab, hat wiederum Kontakt zu anderen Haushalten und ist oftmals hilfreich, wenn es darum geht, Suchmeldungen zu verbreiten.
 
Mit dem zuständigen Straßenverkehrsamt (oder Amt für öffentliche Ordnung), der Feuerwehr, und den am Ort zuständigen Behörden für die Beseitigung von Tierkörpern Kontakt aufnehmen. Ein überfahrenes Tier wird nach Meldung seitens der Stadtverwaltungen zur Tierkörperverwertung gebracht. Es ist in den meisten Fällen davon auszugehen, dass die zuständigen Angestellten noch nie etwas von Tätowierungen bei Haustieren gehört haben und nicht in die Ohren gucken, leider kennen diese Stellen auch Lesegeräte für Transponder nur vom „Hören-Sagen“.
 
Suchplakate weiterhin aushängen, Freigänger haben oft einen Radius bis zu 3 km im Umkreis. Es sollten somit nicht nur die nächsten Häuserblocks, sondern auch zentral gelegene Geschäfte im Viertel mit Plakaten bedacht werden.
Suchplakate gehören auch in:
Tierarztpraxen
Alle umliegenden Tierheime (auch die weiter weg gelegenen, denn Finder nehmen Katzen oft mit in ihren Heimatort oder Stadtteil und erstatten dort erst dem Tierheim oder Tierschutzverein Meldung)
Tierschutzvereine
Tierfuttergeschäfte
Kiosk, Bäcker, Metzger (überall, wo die Nachbarschaft regelmäßig kauft)
Mini-Plakate in die Briefkästen der Nachbarschaft
 
Rufen sie von sich aus in regelmäßigen Abständen (wöchentlich) bei den örtlichen Tierheimen an. Aufgrund der Vielzahl der dort oft abgegebenen Katzen ist es sinnvoll und dringend anzuraten sich persönlich im Tierheim mehr als einmal davon zu überzeugen, dass die Katze dort nicht inzwischen abgegeben wurde. (Besitzer tätowierter oder gechipter Katzen sind hier klar im Vorteil, denn Tierheime und Tierschutzvereine lassen Fundkatzen auf Täto-Nummer und Chip untersuchen.)
 
Futterstellen in der Nähe?
Oft haben Tierschutzvereine Futterstellen für wildlebende Katzen eingerichtet, fragen Sie, ob in Ihrer Gegend eine solche installiert ist, vielleicht läuft Ihre Katze dort auf.
 
Nachbarn mit Freigängerkatzen:
Besonders oft finden verirrte Stubentiger in der Nachbarschaft bei anderen Freigängerhaushalten Kost und Logis und werden für ausgesetzt gehalten. Befragen Sie Ihre Nachbarn, wer Freigängerkatzen hat und setzen Sie sich mit diesen in Verbindung.
 
Suchanzeigen in örtlichen Zeitungen aufgeben, die Katze fellbarbenmäßig beschreiben, eindeutige Kennzeichen des Tieres jedoch nicht bekannt geben. Auch kein Geschlecht bekannt geben im Inserat. Dies sollte immer erst bei einer Fundmeldung abgeklärt werden.
 
Selbst suchen - aber richtig !
Meist hat man mit seinen Katzen „Rituale“ aufgebaut, sie hören auf einen bestimmten Ruf, das Klappern einer Trockenfutterdose, das klimpern eines Schlüssels. Suchen Sie sie in diesem Schema. Sinnvollerweise in den sehr frühen Morgen- oder sehr späten Dämmerungsstunden, wenn es draußen ruhig wird.
Verharren Sie nach ihren Rufen ruhig und hören sie, ob „Antwort“ kommt. Verletzt liegende Katzen melden sich evtl. bei einem vertrauten Menschen.
 
Geben Sie die Hoffnung nicht auf !
Entlaufene Katzen sind vielfach auch nach Wochen, Monaten oder Jahren wieder aufgefunden worden.
Wenn Ihre Katze wieder daheim ist:
 
Bitte melden Sie dies all denjenigen, bei denen Sie auch Suchmeldungen gestartet haben.
Tasso, Tierheime und Tierschutzvereine freuen sich auch über Rückmeldungen und darüber, dass Ihr Stubentiger nun wieder von der „Verlust“-Seite verschwinden darf.
 
War Ihre Katze nicht tätowiert oder gechipt, dann nehmen Sie diesen Vorfall hoffentlich im Sinne der Katze und Ihrer eigenen Nerven nun zum Anlaß eine Kennzeichnung nachzuholen. Das Setzen eines Chips (Transponder) kostet je nach Region und Tierarzt 25-40 € und sollte neben der Impfung und Kastration zur Standardversorgung einer Hauskatze gehören. 
 
Die Kennzeichnung gibt Sicherheit und erleichtert das Wiederfinden ungemein.
Unzählige Katzen wären sicherlich längst wieder Zuhause, wenn der Besitzer - der nach Wochen des Suchens oft im Glauben an den Tod seiner Katze die Suche aufgibt   - sein Tier hätte kennzeichnen lassen.

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